Dienstag, 2. Mai 2006

Herrgottnocheinmal Punkt at

Die Geschichten vom total abgespacten Leben der Brüder und Schwestern und von Werbung, die die Welt nicht braucht. Eine Glosse.

Es gibt da so Dinge im Leben, die einen in regelmäßigen Abständen zur Aussage bewegen: "Das muss ich nun wirklich nicht verstehen!" Zum Beispiel Chinesisch. Oder die Unschärferelation. Oder wenn die Unterrichtsministerin ankündigt, Ernährungserziehung an den Schulen künftig von Mc Donalds sponsern zu lassen - das ist ja so, als würde der Wolf den Schafen vegetarische Ernährung vermitteln.

In diese Kategorie fällt eine Werbeserie, die seit kurzem die Plakatwände der Stadt ziert: Angeblich flotte Sprüche wie "Die Kinder bringt der Storch. Und Orden sind Nonnen und Mönche in Kutten" in grauer Schrift auf weißem Grund verweisen auf folgende Internetseite mit der ansprechenden Adresse www.herrgottnocheinmal.at . Für alle, die zu faul sind, auf den Link zu klicken: Auf der sehr knapp gefassten Homepage erfährt der interessierte Leser, die interessierte Leserin, dass Ordensbrüder und -schwestern mehr machen als nur zu beten, nein, sie tun auch allerlei gutes und nützliches Zeug wie Alte, Kranke und Kinder betreuen und an Schulen unterrichten. Weltklasse. An dieser Stelle zwei erhobene Daumen für ausgezeichnete Leistung.

Jetzt bleibt allerdings die Frage: Wozu brauchen Mönche und Nonnen eine Imagekampagne? Laut der fast schon charmant unprofessionellen Homepage, weil die Darstellung der Ordensfrauen und -männer in Film, Literatur, Werbung etc. zu einseitig und vor allem nicht den Wünschen der katholischen Orden entsprechend ist.
Wenn ich an Nonnen und Mönche in Filmen denke, da fallen mir neben unglückseligen Streifen wie Sister Act und Sister Act II zunächst mal der trinkfeste und kampfbereite Bruder Tuck als treuer Gefährte von Robin Hood ein, dann die liebevoll "Pinguine" genannten Schwestern im Waisenheim des kleinen Satansbraten sowie - unvergesslich - die leicht durchgeknallte Schwester, die Louis de Funes alias den Gendarmen von St. Tropez in ihrem Beiwagenmotorrad querfeldein chauffiert. Unbedingt zu erwähnen ist das Benettonplakat mit einander küssendem Pater und Nonne.

Ja eh. Also doch ein nicht gerade ein sehr vielschichtiges Bild. Aber es gibt Berufsgruppen, die ein noch viel undankbareres Image haben. Zahnärzte zum Beispiel. Oder Polizisten. Und erst recht dunkle Zauberer! Wer kümmert sich um deren Ruf?!?

Jedenfalls bleibt der Eindruck, dass für sündhaft teure Plakatwerbung viel Geld verpulvert wurde, ohne eine wirkliche Botschaft zu haben. Vielleicht wollten die katholischen Orden auch einfach nur das Feld ihrer guten Taten um die Förderung der Werbewirtschaft erweitern.

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